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denkenbauenwohnen
bernhard tatterfreier architekt

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Wettbewerb Haltestelle, Zeche Zollverein, Essen

Der Entwurf entwickelt seine Figur aus zwei Motiven: Einerseits aus dem klassischen Stahlbau mit seinen "gewohnten Geometrien" aus Drei- und Vierecken, dessen bis zum Symbolischen markantes Exempel die Industriearchitektur der Zeche-Zollverein ist. Andererseits aus der Transformation dieses Industrieareals in ein "Zentrum der Kreativwirtschaft", einem Prozess, der noch immer in vollem Gange ist. Der Entwurf will dem Besucher schon bei seiner Ankunft mit der "Kulturlinie" eine Ahnung von dieser Umwandlung geben. Er transformiert deshalb einen klassischen Stahlrahmen, der ein hypothetisches Dach bilden würde, über ein geometrisches Spiel in ein leichtes Flächentragwerk. Dessen Geometrie folgt ihrerseits Regeln, die sich hinter einer Geste des Zufalls verbergen. So entsteht ein komplexes Raumgebilde, dessen Konstruktionsprinzipien man nicht sogleich erkennt, obwohl es gleichzeitig vielfältige Hinweise darauf gibt (Wiederholungen, Ähnlichkeiten der Figuren). Die drei Materialien, mit denen die Struktur bekleidet ist, stehen symbolisch für die Anforderungen an das Bauwerk; ihre Opazität steht für den Schutz vor Wetter und Sonne, ihre Transluzenz gewährleistet die Beleuchtung und ihre Transparenz steht für Leichtigkeit und den Bezug zur Umgebung. Die Häute der Struktur bilden und begrenzen dabei nicht nur die Räume, sondern integrieren auch zusätzliche Funktionen. Wie in transluzenten Flächen die Beleuchtung integriert wird, können opake Flächen Info-Systeme und Müllbehälter aufnehmen; lediglich die transparenten Flächen bleiben in diesem Sinne "funktionslos" und bieten ausschliesslich differenzierte Einblicke in die Umwelt.

 

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